Müssen es immer große neue Ziele sein?VisionZine das etwas andere Visionboard

2025 ist vorbei, der Januar ist nun auch schon fast rum und es fühlt sich immer noch nicht so an, als ob ich das alte Jahr wirklich abgeschlossen habe. Viele Ideen, Projekte und Visionen haben sich über die Jahre angesammelt und verfestigt. Deswegen stelle ich mir an dieser Stelle die Frage: Was brauche ich eigentlich wirklich? Und meine Antwort auf die Frage ist: Zeit.

Neues Jahr, neues Glück…

… oder wie war das gleich nochmal? Wie jedes Jahr sind alle in Aufbruchstimmung. Dieses Jahr wird anders! Dieses Jahr erreiche ich meine Fitnessziele, fange ich ein neues Hobby an, achte ich mehr auf mich selbst, will ich unbedingt diese Reise machen - dies tun, das erreichen. 

Es ist rein gar nichts falsch daran, sich Ziele zu setzen, zu manifestieren und sich zu überlegen, wo die persönliche Reise hingehen soll. ABER: Muss ich alles haargenau durchplanen? Muss das alles dieses Jahr - am besten sofort sein? Je schneller, desto besser und wenn du dann noch erfolgreich bist und viel Geld mit Social Media verdienst, müsstest du doch der glücklichste Mensch auf der Welt sein.

Aber ist das so?

Ich möchte hier noch einmal klarstellen, dass ich rein gar nichts gegen Content Creators habe. Ich konsumiere auch sehr viel Video Content auf Youtube. Es ist super, dass es sie gibt. Dennoch ist es für mich immer eine Mammutaufgabe, bei all dem möglichen Input im World Wide Web nicht überfordert zu sein. Ich bin es jedenfalls. Und da ich sowieso Gefahr laufe, mich mit anderen zu vergleichen und dann durch meinen Perfektionismus total paralysiert zu sein, erforsche ich meinen weiteren Weg in einem geschützten Rahmen, ohne mir viele andere Beiträge anzuschauen. Und dieser geschützte Rahmen ist für mich der Art Journal Club der lieben Tamara von Mara Kreativstudio. Eine herzliche Community aus kreativen Frauen, die ihre gemeinsame Liebe teilen. Ich verlinke ihre Seite am Ende des Beitrags. 

Das VisionZine

Ein Zine ist ein einfaches kleines Heftchen, welches aus einem Papierbogen gefaltet wird. Alternativ ist es natürlich auch möglich, die Seiten vorher zurechtzuschneiden und sie anschließend zusammenzubinden. Ich hatte noch einen Rohling aus dem letzten Jahr, den ich aus einem bemalten Bogen gefaltet habe. Du kannst das Zine ganz frei gestalten, oder dir für jede Seite ein Thema vornehmen. Im Art Journal Club gab es zwar Impulse, aber diese waren nicht in Stein gemeißelt. Ich hatte mir vorher ein paar Dinge überlegt, die ich einbringen wollte, vermied aber mich gänzlich festzulegen, um intuitiv an die Sache heranzugehen. Und das Ergebnis überraschte mich am Ende selbst.

Die Zeit ist nur ein leerer Raum, dem Begebenheiten, Gedanken und Empfindungen erst Inhalt geben
— Wilhelm von Humboldt (1767-1835)

Eines meiner Worte für 2026 ist “Zeit”. 

Das bedeutet nicht nur, mit meiner Zeit bewusster umzugehen, sondern mir immer wieder klar machen, dass es eigentlich das Wertvollste ist, was wir haben. Deswegen sage ich sehr oft, dass ich lieber Zeit habe, als sehr viel Geld. Damit werde ich in diesem Leben bestimmt nicht reich, aber diese Einstellung, hat mir meinen liebsten Job beschwert, in dem ich ganz frei schalten und walten kann, mit ein paar Deadlines zwischendurch, damit ich nicht ganz verloren gehe. Ich kann mir mein Leben so gestalten, wie ich möchte und diese Zeit füllen. Und das sehe ich als Luxus und Reichtum an. Denn was will ich eigentlich mehr? 

Dennoch erwische ich mich immer wieder darin, dass ich zu sehr in der Zukunft hänge, Dinge unbedingt erreicht haben möchte, weil ich Angst habe, dass mir am Ende doch die Zeit flöten geht. Doch auf diese Weise schätze ich das Jetzt gar nicht so sehr wert, wie es das verdient hätte. Also möchte ich mir für die Dinge, die ich bewusst Zeit nehmen, meine volle Aufmerksamkeit schenken, wenn ich sie tue und nicht immer schon gedanklich beim nächsten sein. Es heißt nicht ohne Grund: genieße den Prozess. Und dazu gehört eben auch, nicht nur die Kunst zu machen, sondern auch Bilder zu erstellen oder zu bearbeiten, sie zu teilen - sei es auf meinem Blog, Pinterest oder in der Community. 

Meistens schrecke ich vor den letzten Schritten zurück - aus Angst, was die Leute über mich und meine Kunst denken. Aber es ist in erster Linie MEINE Kunst. Daran muss ich mich wirklich öfter daran erinnern. Denn was das (Romane) Schreiben und Art Journaling angeht, muss ich nicht davon leben. Es sind meine geliebten Hobbys. Natürlich träume ich davon, meine Romane irgendwann auch zu veröffentlichen, möchte ihnen und mir aber dennoch Zeit einräumen, zu wachsen und sich entwickeln zu lassen.

Wie sieht mein VisionZine nun aus? Und was bedeuten die Dinge darin?

Als ich es erstellt habe, fiel mir auf, dass sich meine “Ziele” gar nicht so sehr von denen aus dem letzten Jahr unterscheiden. Da war mein Thema “Be Water”. Mehr im Fluss zu sein, Natürlichkeit, Dinge sich stetig entwickeln lassen. Und dieser Prozess ist im Grunde niemals abgeschlossen. Und hey… ist es nicht auch legitim zu sagen, ich bin gerade glücklich mit meiner Lebensbasis, so wie sie ist? 

Deswegen finden sich auch keine großen Wünsche oder Ziele in dem Zine. Es ist für mich einfach nur eine kreative Erinnerung von allen Dingen, die ich weiterhin gerne in meinem Leben haben möchte - neben Freunden und Familie natürlich. 

Seite 1 - Thema Gesundheit
Ich möchte mich weiterhin viel bewegen, weiter in QiGong und Tai Chi eintauchen, auf meinen Zuckerkonsum und auf mehr Natürlichkeit achten. 

Seite 2 - meine liebsten kreativen Dinge
Ganz klar: Diese Seite ist Zwischen Farbe und Wort gewidmet. Schreiben und Malen/Zeichnen, meine zwei liebsten Dinge. Hier kann ich mich am Besten ausdrücken, fühle ich mich Zuhause. Aber diese Seite steht auch für Dankbarkeit gegenüber kreativbunt (meiner Arbeitsstelle), denn ohne sie sind weder Freundschaften oder Wege entstanden und auch nicht die Möglichkeit mich kreativ auszuleben und zu wachsen.

Seite 3 - Dinge die mich inspirieren
Musik, Farbe und Natur haben da einen sehr großen Stellenwert. Jedes berührt und beeinflusst mich auf seine eigene Art und ich liebe es, das zu erforschen.

Rückseite: So möchte ich mich fühlen. 

The Voice of the Universe is everywhere. In the trees. In stars. In the air. In my heart. In my hair. Within.
— Jonna Jinton

Jonna Jinton - ihres Zeichen Filmemacherin, Fotografin, Malerin, Schmuckdesignerin - inspiriert und berührt mich jedes Mal, wenn ich ihre Videotagebücher aus Schweden schaue. Diese starke Verbundenheit zu allem und zu ihrem Handwerk spüre auch ich und möchte es gerne mehr Leben. Für mich. Ehrlich und Authentisch, ohne ständig im Kopf zu haben, was andere darüber denken. Es ist und bleibt mein Leben, nur ich darf es bestreiten und gestalten.

Wir sind alle Künstler unseres Lebens.

Pinn mich! :)

Informationen zu Mara Kreativstudio und kreativbunt

Weiter
Weiter

Wie kannst du kleine Atempausen in deinem Leben einbauen - kleiner Einstieg ins Qi Gong